6. Mai 2018

 

Welt am Sonntag

„Ich habe schlechte Nachrichten für Rassisten“

Genforscher David Reich untersucht Unterschiede zwischen Volksgruppen. Er sagt, eine „reine“ menschliche Population existiere nicht. Genetische Unterschiede zwischen Populationen gebe es aber schon.

Warum erkranken Afroamerikaner häufiger an Prostatakrebs als Weiße? Und warum ist Multiple Sklerose unter Weißen stärker verbreitet als unter Schwarzen? Die Antwort liegt im Erbgut. Der Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung für bestimmte Erkrankungen und der Zugehörigkeit zu der ein oder anderen Population ist unter Wissenschaftlern wenig umstritten.
Dennoch brach ein Entrüstungssturm los, als David Reich, Genetiker an der Harvard University, in der „New York Times“ zu einer neuen Debatte über den Begriff „Rasse“ – er setzt ihn in Anführungsstrichen – im Licht der genetischen Forschung aufrief.

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23. April 2018

Deutschlandfunk

Zwangsgeräumt

Der amerikanische Soziologe Matthew Desmond hat die Rolle von Wohnraum im Kreislauf der Armut erforscht. Für "Zwangsgeräumt" wurde er 2017 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Jetzt liegt sein verstörend authentischer Bericht über Verelendung und Profit in amerikanischen Städteauch auf Deutsch vor.

Die Geschichte beginnt mit einem Schneeball. Den wirft der 13-Jährige Jori auf ein vorbeifahrendes Auto und läuft dann ins Haus. Der Fahrer steigt aus, tritt wütend die Wohnungstür ein. Die Vermieterin setzt Joris Mutter Arleen mit ihren zwei Jungs auf die Straße. Es ist nicht das erste Mal, dass sie ihre Wohnung verlieren. Und es wird nicht das letzte Mal sein.
Das ist die hochsymbolische Eingangsszene von "Zwangsgeräumt". Das Buch von Matthew Desmond, Soziologe an der Princeton-Universität, erschien 2016 in den USA und wurde von der Kritik hochgelobt.

Im amerikanischen Rundfunk NPR erläutert Desmond seine Motivation. "Im Vergleich zu anderen prosperierenden Demokratien sind die Tiefe und das Ausmaß der Armut in Amerika einzigartig. Ich wollte das verstehen, und ich wollte vor allem verstehen, welche Rolle Wohnraum dabei spielt."

 

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9. April 2018

Die Welt

Trumps Drogen-Dilemma

Die USA werden von Heroin und synthetischen Opioiden überschwemmt. Die Drogenflut lässt der US-Regierung keine Wahl. Sie muss mit zwei Ländern kooperieren, die der Präsident zu Gegnern erklärt hat: Mexiko und China.

Atlanta - Die Zahl ist erschreckend hoch: 64.000 Menschen starben im Jahr 2016 an einer Drogenüberdosis in den USA. Die meisten waren abhängig von Opioiden – morphinhaltigen Schmerzmitteln, Heroin oder synthetischen Substanzen. Die Vereinigen Staaten stellen gut vier Prozent der Weltbevölkerung und verbrauchen 30 Prozent aller Opioide.
Die größte Chance für eine Eindämmung der Krise liegt US-Drogenexperten zufolge in einer Kooperation mit Mexiko und China. Das sind die Länder, aus denen die meisten illegalen Opioide nach Nordamerika kommen. Und die Länder, die zu den aktuellen Lieblingsfeinden von US-Präsident Donald Trump zählen. Die Grenze zu Mexiko will der Staatschef mit einer Mauer sichern, mit China befinden sich die USA in einem erbitterten Handelsstreit.
„Tatsächlich arbeiten wir eng mit Mexiko und China zusammen“, sagt James A. Walsh, Chef der Drogenkontrollabteilung im US-Außenministerium, im Gespräch mit WELT.

 

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4. April 2018

Deutschlandfunk

Motor für den Freiheitskampf

Die Ebenezer Baptist Church in Atlanta war die Heimatkirche von Martin Luther King Jr.. Auch 50 Jahre nach der Ermordung des Predigers und Bürgerrechtlers spielt sie in den USA eine wichtige Rolle. Der leitende Pastor, Reverend Raphael Warnock, hält Protest für wichtiger denn je.

"When I have to meet my day, I don't want a long funeral. And if you get somebody to deliver the eulogy, tell them not to talk too long [...], say that I was drum major for justice, say that I was a drum major for peace."
Wenn seine Zeit gekommen sei, dann wolle er keine lange Trauerfeier und keine ausschweifende Grabrede, sagte der Bürgerrechtsführer Martin Luther King Jr. am 4. Februar 1968. Der Redner solle einfach nur sagen, dass er ein Tambourmajor gewesen sei, der für Gerechtigkeit und Frieden getrommelt habe.
Zwei Monate später war King tot. Diese Predigt hatte er in der Ebenezer Baptist Church in Atlanta im Bundesstaat Georgia gehalten. In der Kirche, in der King aufwuchs. Die er als Pastor bis zu seinem Tod leitete. Die zur Keimzelle des Bürgerrechtskampfs wurde und in der Kings Trauerfeier stattfand. Ebenezer Baptist: die berühmteste schwarze Kirche in den USA.

 

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26. März 2018

 

SWR

"Der vermeintliche Wahnsinn hat durchaus Methode"

Die deutsch-amerikanische Journalistin Katja Ridderbusch zu Gast in der Radiosendung "Leute" bei SWR1

Strafzölle und Russland-Affäre, der Kampf gegen Obamacare und das Personalkarussell im Weißen Haus, der Alltag in den Südstaaten der USA und mein Leben mit zwei Pässen und in zwei Heimatländern: Um all das und mehr ging es in meinem Gespräch mit Moderator Wolfgang Heim in der SWR1-Radiosendung "Leute" am 14. März in Stuttgart.

 

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