21. Juni 2018

 

Jüdische Allgemeine

Über »Rasse« reden

Der amerikanische Genetiker David Reich hat mit seinen Thesen über die Unterschiede zwischen Populationen einen Gelehrtenstreit ausgelöst

David Reich findet es gut, wenn Freunde, Familie und Fremde über seine Arbeit diskutieren, möglichst lebhaft, intensiv und gern auch kontrovers. Selbst wenn es um ein so heikles Thema wie den Begriff »Rasse« geht. »Es ist wichtig, darüber eine Debatte zu führen«, sagt er im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen. Denn: »Als Wissenschaftler ist es unsere Aufgabe, aufzuklären und Orientierung zu geben.« Kein Zufall also, dass Reich, Professor für Genetik an der Harvard-Universität, mit einem Essay in der »New York Times« einen Intellektuellenstreit ausgelöst hat.

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Juni 2018

 

Blätter für deutsche und internationale Politik

Zwangsgeräumt: Die Spirale des Abstiegs

Der  amerikanische Soziologe Matthew Desmond hat ein verstörendes Buch über die Rolle von Wohnraum im Kreislauf der Armut geschrieben.

Ein nachlässig aufgeschütteter Haufen von Dingen türmt sich auf dem Bürgersteig: schäbige Möbelstücke, ein Knäuel aus Kleidung und Schuhen, Hausrat, Spielzeug. Kein ungewöhnlicher Anblick in den Ghettos der amerikanischen Innenstädte. Es ist das, was vom Zuhause der Menschen übrigbleibt, der Inhalt ihrer Wohnungen, ausgespuckt nach einer Zwangsräumung. Dieses Bild zieht sich als Motiv durch das neue Buch von Matthew Desmond, Soziologe an der Princeton-Universität: „Zwangsgeräumt“. Seine Studie erschien in den USA bereits 2016, wurde von der Kritik hochgelobt und mit dem Pulitzer-Preis gekürt. Jetzt liegt sie auf Deutsch vor.

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19. Mai 2018

 

Deutschlandfunk

Vereint im Anti-Drogen-Kampf

Strafzölle gegen die einen, Mauer gegen die anderen - China und Mexiko sind Donald Trumps wirtschaftliche "Lieblingsfeinde". Doch im Kampf gegen illegale synthetische Opioide arbeiten die drei Länder intensiv zusammen. Zum Beispiel, um neuen Drogenvertriebswegen beizukommen.

Die Notaufnahme im Grady Memorial Hospital in Atlanta, dem größten öffentlichen Krankenhaus im US-Bundesstaat Georgia. Wenn Dr. Brent Morgan seine Schicht antritt, kann er sicher sein: Er wird mindestens einen Patienten mit einer Drogen-Überdosis behandeln. Und auch das Ergebnis der Urintests kann der Arzt meistens vorwegnehmen: Mehr und mehr Patienten testen positiv auf Fentanyl. Das ist ein besonders potentes Opioid, eine morphinhaltige Substanz. Das Suchtpotenzial von Fentanyl ist 50 Mal höher als das von Heroin. Es kommt in der Humanmedizin als Narkosemittel zum Einsatz, wird aber immer öfter illegal hergestellt, mit Kokain, Amphetaminen und Heroin gemischt und auf dem Schwarzmarkt verkauft.

In den USA wütet seit Jahren eine Opioid-Epidemie. 64.000 Menschen starben 2016 an einer Drogen-Überdosis, ein Rekord. Jetzt habe die Krise eine neue Phase erreicht, sagt Lawrence Scholl von der US-Gesundheitsbehörde CDC. Heute sind synthetische Opioide, vor allem Fentanyl und seine chemischen Verwandten, für die Mehrzahl der Drogentoten verantwortlich.

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18. Mai 2018

 

SPIEGEL online

Was Airlines bei medizinischen Notfällen tun

Jeden Tag gibt es Hunderte medizinischer Notfälle an Bord von Flugzeugen - und es werden mehr. Nun gelangt in den USA der Fall einer nach einem Langstreckenflug verstorbenen 25-Jährigen vor Gericht.

Als Brittany Oswell zum letzten Mal mit ihrer Mutter telefonierte, saß sie bereits im Flugzeug auf dem Airport von Honolulu auf Hawaii. Sie war guter Dinge, versprach, sich zu melden, sobald die Maschine in Dallas im US-Bundestaat Texas gelandet sei. Doch als sie fünf Stunden später dort ankam, konnte sie sich nicht melden. Die 25-Jährige war ohne Bewusstsein. Drei Tage darauf war sie tot, verstorben an den Folgen einer Lungenembolie.

Krankheit und auch Tod an Bord gehören zum Alltag in der Passagierluftfahrt. Der weltweit größte Anbieter notfallmedizinischer Beratung für Airlines ist MedAire. Er leistet etwa 150-mal am Tag Hilfe bei der Notversorgung in der Luft. Branchenschätzungen gehen gar von weltweit 350 Notfällen pro Tag aus.

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6. Mai 2018

 

Welt am Sonntag

„Ich habe schlechte Nachrichten für Rassisten“

Genforscher David Reich untersucht Unterschiede zwischen Volksgruppen. Er sagt, eine „reine“ menschliche Population existiere nicht. Genetische Unterschiede zwischen Populationen gebe es aber schon.

Warum erkranken Afroamerikaner häufiger an Prostatakrebs als Weiße? Und warum ist Multiple Sklerose unter Weißen stärker verbreitet als unter Schwarzen? Die Antwort liegt im Erbgut. Der Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung für bestimmte Erkrankungen und der Zugehörigkeit zu der ein oder anderen Population ist unter Wissenschaftlern wenig umstritten.
Dennoch brach ein Entrüstungssturm los, als David Reich, Genetiker an der Harvard University, in der „New York Times“ zu einer neuen Debatte über den Begriff „Rasse“ – er setzt ihn in Anführungsstrichen – im Licht der genetischen Forschung aufrief.

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