11. Januar 2018

 

Jüdische Allgemeine

HeToo? Shlomo Carlebach und die Frauen

Jüdische Gemeinden in  den USA streiten über den Umgang mit dem Erbe des umstrittenen Rabbiners und Songwriters

Keine drei Monate ist es her, dass die MeToo-Bewegung mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein begann. Mittlerweile hat sie in vielen Ländern fast alle Teile der Gesellschaft erreicht.

In jüdischen Gemeinden in den USA entzündet sich die Debatte in diesen Wochen vor allem an der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe von Shlomo Carlebach, dem orthodoxen Rabbiner, der als Komponist und Sänger von religiösem Folkrock in den 60er- und 70er-Jahren zur Legende wurde.  Doch der charismatische Rabbi, der mit Bob Dylan und Joan Baez auftrat, soll zahlreiche Frauen sexuell belästigt haben, darunter auch Minderjährige.

 

 

4. Januar 2018

 

Deutschlandfunk Kultur

Beeren-Extrakt statt Antibiotika

Forscher warnen vor der rasanten Ausbreitung von "Killerkeimen", die gegenüber fast allen gängigen Antibiotika resistent sind. Weltweit suchen Wissenschaftler deshalb nach innovativen, alternativen Mitteln gegen aggressive Infektionen.

Es blubbert und brummt und rattert in dem kleinen Labor, das vollgepackt ist mit Trockenöfen, Verdampfapparaten und Zentrifugen. Reagenzgläser und Petrischalen drängeln sich hinter Glasscheiben. Forscher in weißen Kitteln stehen an Tischen, kratzen mit Spachteln dunkelgrünes Pflanzenpulver aus Mörserschalen.

Das sieht auf den ersten Blick aus wie das Chemielabor einer gut ausgestatten Highschool. Doch hier, an der renommierten Emory-Universität in Atlanta, forscht Dr. Cassandra Quave an Alternativen zur Antibiotikatherapie. Konkret: An traditionellen Heilpflanzen in neuen Dosierungen, Darreichungsformen, Rezepturen.

 

 
 

21. Dezember 2017

 

Jüdische Allgemeine

Der Wunsch nach Leben

Wie Ärzte und gemeinnützige Organisationen in den USA jüdischen Eltern helfen, Kinder zu bekommen

Elana Frank kennt keine falsche Scham, wenn sie über ihre Leidensgeschichte spricht. »Schwanger zu werden, ist kein Heilmittel gegen Unfruchtbarkeit«, sagt sie. »Unfruchtbarkeit wird immer ein Teil von einem bleiben.«

Frank, Ende 30, beschreibt sich selbst als modern orthodox. Sie wurde in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia geboren. Vor neun Jahren machte sie mit ihrem Mann Alija.In Israel wollte das Paar eine Familie gründen, zunächst ohne Erfolg. Frank konsultierte mehrere Ärzte, nahm über Jahre Medikamente. Nach vier Behandlungen zur In-vitro-Fertilisation (IVF) wurde sie schließlich schwanger. Heute ist sie Mutter von zwei Kindern, vier und sechs Jahre alt.

Eine Leidensgeschichte, die Frank mit vielen Frauen, vor allem mit vielen jüdischen Frauen teilt. Jede sechste jüdische Amerikanerin hat Probleme, schwanger zu werden. Deshalb rief Frank vor knapp zwei Jahren die Jewish Fertility Foundation (JFF) in Atlanta ins Leben.

 

 

1. Dezember 2017

 

Die Welt

Neu im Angebot: Schwanger in den Wechseljahren

Jede Frau verfügt über einen begrenzten Vorrat an Eizellen, der mit der Menopause verbraucht ist. Das muss nicht sein, versprechen nun einige Ärzte. Und berichten von einer wundersamen Neubildung von Eizellen.

Konstantinos Pantos ist guter Dinge an diesem Nachmittag. Er habe gerade eine E-Mail von einer Patientin aus Brasilien bekommen, erzählt der Arzt. Die Frau, Anfang 40, hatte sich in den vergangenen Jahren bereits fünfmal einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterzogen. Ohne Erfolg. Aber jetzt, nach einem Besuch in Pantos’ Praxis in Athen, könne sie endlich vermelden, dass sie schwanger ist.

Eine Erfolgsgeschichte, die kaum nachzuprüfen ist. Eine perfekte Werbung für die Methode, mit der Konstantinos Pantos in seiner Branche gerade für Erstaunen sorgt. Pantos glaubt, einen Weg gefunden zu haben, mit denen er die Eierstöcke von Frauen verjüngen kann. Mit diesen verjüngten Eierstöcken sollen auch Frauen, die schon in den Wechseljahren sind, noch schwanger werden können. Vielleicht sogar Frauen, die die Wechseljahre schon hinter sich haben.

 

 

27. November 2017

 

Deutschlandfunk

Das Studium der Gottlosen

Die USA werden immer säkularer: Knapp ein Viertel der US-Amerikaner fühlt sich keiner Religion mehr zugehörig, unter den Jüngeren sind es sogar 35 Prozent. Universitäten antworten jetzt auf diesen Trend: mit Lehrstühlen für Atheismus und Studiengängen zu Säkularismus und Humanismus.

Phil Zuckerman will nicht über die Existenz oder Nicht-Existenz von Gott diskutieren. Als Soziologe beschäftigt er sich vielmehr damit, wie Religionen das Leben von Menschen beeinflussen.

Dabei sei ihm klar geworden, dass es eigentlich keine Forschung über nicht-religiöse Menschen gibt, über Atheisten, Agnostiker oder säkulare Humanisten. Keine akademische Disziplin, die sich der Gedankenwelt eines wachsenden Teils der Menschheit widme. Das wollte Zuckerman ändern.