4. April 2018

Deutschlandfunk

Motor für den Freiheitskampf

Die Ebenezer Baptist Church in Atlanta war die Heimatkirche von Martin Luther King Jr.. Auch 50 Jahre nach der Ermordung des Predigers und Bürgerrechtlers spielt sie in den USA eine wichtige Rolle. Der leitende Pastor, Reverend Raphael Warnock, hält Protest für wichtiger denn je.

"When I have to meet my day, I don't want a long funeral. And if you get somebody to deliver the eulogy, tell them not to talk too long [...], say that I was drum major for justice, say that I was a drum major for peace."
Wenn seine Zeit gekommen sei, dann wolle er keine lange Trauerfeier und keine ausschweifende Grabrede, sagte der Bürgerrechtsführer Martin Luther King Jr. am 4. Februar 1968. Der Redner solle einfach nur sagen, dass er ein Tambourmajor gewesen sei, der für Gerechtigkeit und Frieden getrommelt habe.
Zwei Monate später war King tot. Diese Predigt hatte er in der Ebenezer Baptist Church in Atlanta im Bundesstaat Georgia gehalten. In der Kirche, in der King aufwuchs. Die er als Pastor bis zu seinem Tod leitete. Die zur Keimzelle des Bürgerrechtskampfs wurde und in der Kings Trauerfeier stattfand. Ebenezer Baptist: die berühmteste schwarze Kirche in den USA.

 

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26. März 2018

 

SWR

"Der vermeintliche Wahnsinn hat durchaus Methode"

Die deutsch-amerikanische Journalistin Katja Ridderbusch zu Gast in der Radiosendung "Leute" bei SWR1

Strafzölle und Russland-Affäre, der Kampf gegen Obamacare und das Personalkarussell im Weißen Haus, der Alltag in den Südstaaten der USA und mein Leben mit zwei Pässen und in zwei Heimatländern: Um all das und mehr ging es in meinem Gespräch mit Moderator Wolfgang Heim in der SWR1-Radiosendung "Leute" am 14. März in Stuttgart.

 

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17. März 2018
Die Welt

Ich, einfach verbesserlich

Larry Smarr hat einen digitalisierten Körper, er vermisst seinen Darm, seinen Blutdruck, seine Hormone. Er plante sogar seine eigene Operation. Heute hat er weltweit Jünger, die sich penibel selbst überwachen.

Irgendetwas piept, summt oder brummt eigentlich immer an Larry Smarr. Unter der Haut trägt der 69-Jährige einen Sensor, der ständig seinen Blutzuckerspiegel aufzeichnet. Ein Fitbit misst Puls, Blutdruck und Aktivitätspegel. Ein anderes Armband überwacht seinen Schlaf: Einschlafphase, Tiefschlafphase, Traum- oder REM-Schlaf. Ein Sensor am Handgelenk erfasst seine arterielle Sauerstoffsättigung.
Jeden Morgen stellt sich Smarr auf eine digitale Waage, die sein Gewicht ins Internet funkt. Er nimmt eine Stuhlprobe, friert sie ein und bringt sie nach ein paar Tagen zusammen mit weiteren Proben ins Labor. Bevor er etwas isst, gibt er die Zutaten seiner Mahlzeiten in eine Smartphone-App ein, die daraus seine Nährstoffzufuhr errechnet. Und dann macht er seine Ergebnisse öffentlich, alles im Dienst der Wissenschaft, wie er sagt.

 

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12. März 2018

 

Deutschlandfunk

Eine amerikanische Tragödie

Rasse und Rassismus sind das Lebensthema des afroamerikanischen Journalisten Ta-Nehisi Coates. In seiner Essaysammlung "We were eight years in power" vertritt er die These, die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei die Rache des weißen Amerika für die Ära Obama.

Es gebe kein schwarzes und kein weißes Amerika, kein Amerika der Latinos oder der Asiaten, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika, rief Barack Obama in seiner berühmten Rede auf dem Parteitag der Demokraten 2004. Vier Jahre später wurde er ins höchste Staatsamt gewählt. Der erste schwarze Präsident der USA. Einer, der versprach, das Land zu versöhnen. Doch vom Ende her liest sich die Geschichte anders, schreibt Ta-Nehisi Coates, einer der profiliertesten schwarzen Intellektuellen der USA:
"Ein schwarzer Präsident würde immer ein Widerspruch für eine Regierung sein, die die meiste Zeit ihrer Geschichte schwarze Menschen unterdrückt hatte. Der Versuch, diesen Widerspruch durch Obama aufzulösen - einem schwarzen Mann mit tiefen Wurzeln in der weißen Welt - war bemerkenswert. Der Preis, den er forderte, unglaublich. Die Welt, in die er mündete, unvorstellbar."

 

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23. Februar 2018

 

Deutschlandfunk

Segen und Fluch der Diversität

So vielfältig wie die religiöse Landschaft in den USA insgesamt, so vielfältig ist auch das dortige Judentum. Die jüdischen Gemeinden legen die Regeln für den Übertritt selbst fest.

Ein Vorbereitungskurs für Bar- und Bat-Mizwa-Feier im Temple, der ältesten Synagoge in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia: Hier lernen Jugendliche, Verse aus der Thora zu singen. Susanna Capelouto hilft ihnen dabei. Die geborene Deutsche ist vor 30 Jahren in die USA ausgewandert - und vor 19 Jahren zum Judentum konvertiert.
"Das bereichert mich sehr, jedes Mal, wenn ich sehe, dass ein Kind die Thora lernt, dass man einen kleinen Beitrag geleistet hat zum Leben", sagt sie.
Besonders zum jüdischen Leben in Amerika, als dessen Teil sie sich längst fühlt. Dieses Leben ist so vielgestaltig und spannungsreich wie die religiöse Landschaft in den USA überhaupt. Und vor allem: Jüdisches Leben ist hier selbstverständlich. Von den geschätzten 14 bis 15 Millionen Juden weltweit lebt knapp die Hälfte in den USA. Und eine Studie des Pew-Instituts schätzt, dass etwa 17 Prozent aller amerikanischen Juden Konvertiten sind.

 

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