21. Dezember 2017

 

Jüdische Allgemeine

Der Wunsch nach Leben

Wie Ärzte und gemeinnützige Organisationen in den USA jüdischen Eltern helfen, Kinder zu bekommen

Elana Frank kennt keine falsche Scham, wenn sie über ihre Leidensgeschichte spricht. »Schwanger zu werden, ist kein Heilmittel gegen Unfruchtbarkeit«, sagt sie. »Unfruchtbarkeit wird immer ein Teil von einem bleiben.«

Frank, Ende 30, beschreibt sich selbst als modern orthodox. Sie wurde in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia geboren. Vor neun Jahren machte sie mit ihrem Mann Alija.In Israel wollte das Paar eine Familie gründen, zunächst ohne Erfolg. Frank konsultierte mehrere Ärzte, nahm über Jahre Medikamente. Nach vier Behandlungen zur In-vitro-Fertilisation (IVF) wurde sie schließlich schwanger. Heute ist sie Mutter von zwei Kindern, vier und sechs Jahre alt.

Eine Leidensgeschichte, die Frank mit vielen Frauen, vor allem mit vielen jüdischen Frauen teilt. Jede sechste jüdische Amerikanerin hat Probleme, schwanger zu werden. Deshalb rief Frank vor knapp zwei Jahren die Jewish Fertility Foundation (JFF) in Atlanta ins Leben.

 

 

1. Dezember 2017

 

Die Welt

Neu im Angebot: Schwanger in den Wechseljahren

Jede Frau verfügt über einen begrenzten Vorrat an Eizellen, der mit der Menopause verbraucht ist. Das muss nicht sein, versprechen nun einige Ärzte. Und berichten von einer wundersamen Neubildung von Eizellen.

Konstantinos Pantos ist guter Dinge an diesem Nachmittag. Er habe gerade eine E-Mail von einer Patientin aus Brasilien bekommen, erzählt der Arzt. Die Frau, Anfang 40, hatte sich in den vergangenen Jahren bereits fünfmal einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterzogen. Ohne Erfolg. Aber jetzt, nach einem Besuch in Pantos’ Praxis in Athen, könne sie endlich vermelden, dass sie schwanger ist.

Eine Erfolgsgeschichte, die kaum nachzuprüfen ist. Eine perfekte Werbung für die Methode, mit der Konstantinos Pantos in seiner Branche gerade für Erstaunen sorgt. Pantos glaubt, einen Weg gefunden zu haben, mit denen er die Eierstöcke von Frauen verjüngen kann. Mit diesen verjüngten Eierstöcken sollen auch Frauen, die schon in den Wechseljahren sind, noch schwanger werden können. Vielleicht sogar Frauen, die die Wechseljahre schon hinter sich haben.

 

 

27. November 2017

 

Deutschlandfunk

Das Studium der Gottlosen

Die USA werden immer säkularer: Knapp ein Viertel der US-Amerikaner fühlt sich keiner Religion mehr zugehörig, unter den Jüngeren sind es sogar 35 Prozent. Universitäten antworten jetzt auf diesen Trend: mit Lehrstühlen für Atheismus und Studiengängen zu Säkularismus und Humanismus.

Phil Zuckerman will nicht über die Existenz oder Nicht-Existenz von Gott diskutieren. Als Soziologe beschäftigt er sich vielmehr damit, wie Religionen das Leben von Menschen beeinflussen.

Dabei sei ihm klar geworden, dass es eigentlich keine Forschung über nicht-religiöse Menschen gibt, über Atheisten, Agnostiker oder säkulare Humanisten. Keine akademische Disziplin, die sich der Gedankenwelt eines wachsenden Teils der Menschheit widme. Das wollte Zuckerman ändern.

 

 
 

20. November 2017

 

Deutschlandfunk

Sexueller Verfolgungswahn auf dem Uni-Campus

Die linksliberale amerikanische Feministin Laura Kipnis hat ein ebenso brillantes wie umstrittenes Buch über die amerikanische College-Kultur geschrieben. "Unwanted Advances", zu Deutsch: Unerwünschte Annäherungsversuche, liest sich wie eine Vorrede zu der "MeToo"-Debatte. 

Jeden Tag macht ein neuer Fall von sexueller Belästigung Schlagzeilen, outen sich mehr Frauen als Opfer sexueller Übergriffe. Die "MeToo"-Welle ist aus den USA in die Welt geschwappt. Wer Einspruch wagt, bekommt den moralischen Furor der sozialen Medien zu spüren. So auch Laura Kipnis. Sie sagt: Das Problem der "MeToo"-Kampagne sei die Behauptung, dass es bei sexueller Belästigung stets um männliche Machtausübung gehe. "Das führt dazu, dass Frauen Männer oft für mächtiger halten als sie es tatsächlich sind."

 

 
 

12.11.2017

 

Welt am Sonntag

Die Familie, die Amerika süchtig machte

Die Pharmadynastie Sackler produziert mit OxyContin ein Medikament, das ursprünglich Schmerzen stillen sollte, tatsächlich aber als Rauschmittel auf Rezept genutzt wird. Nun sind Millionen Amerikaner abhängig.

Am Anfang war ein Hexenschuss. Coralee, 32, Erzieherin in einem Kindergarten, hatte sich bei der Arbeit verhoben. Sie ging in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, 25 Meilen von dem 400-Seelen-Nest im Süden des US-Bundesstaates Georgia entfernt, wo sie mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt.

Der Arzt verschrieb ihr ein paar Tage Ruhe und 30 Pillen OxyContin, ein morphinhaltiges Schmerzmittel. Das half ihr, wieder gerade zu gehen, und auch sonst fühlte sie sich leichter. „Irgendwie sorgenbefreit“, sagt sie. Das ist jetzt drei Jahre her. Seitdem gehören die „Oxys“, wie sie die Pillen nennt, zu ihrem Leben.