23. Februar 2018

 

Deutschlandfunk

Segen und Fluch der Diversität

So vielfältig wie die religiöse Landschaft in den USA insgesamt, so vielfältig ist auch das dortige Judentum. Die jüdischen Gemeinden legen die Regeln für den Übertritt selbst fest.

Ein Vorbereitungskurs für Bar- und Bat-Mizwa-Feier im Temple, der ältesten Synagoge in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia: Hier lernen Jugendliche, Verse aus der Thora zu singen. Susanna Capelouto hilft ihnen dabei. Die geborene Deutsche ist vor 30 Jahren in die USA ausgewandert - und vor 19 Jahren zum Judentum konvertiert.
"Das bereichert mich sehr, jedes Mal, wenn ich sehe, dass ein Kind die Thora lernt, dass man einen kleinen Beitrag geleistet hat zum Leben", sagt sie.
Besonders zum jüdischen Leben in Amerika, als dessen Teil sie sich längst fühlt. Dieses Leben ist so vielgestaltig und spannungsreich wie die religiöse Landschaft in den USA überhaupt. Und vor allem: Jüdisches Leben ist hier selbstverständlich. Von den geschätzten 14 bis 15 Millionen Juden weltweit lebt knapp die Hälfte in den USA. Und eine Studie des Pew-Instituts schätzt, dass etwa 17 Prozent aller amerikanischen Juden Konvertiten sind.

 

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19. Februar 2019

 

Die Welt

Modell Skywalker: Eine Prothese so beweglich wie eine echte Hand

Der Musiker Jason Barnes erlitt einen Stromschlag und verlor seine rechte Hand. Jetzt konnte er zum ersten Mal mithilfe einer neuartigen Prothesentechnologie wieder Klavier spielen. Das Vorbild stammt aus dem „Star Wars“-Universum.

Im karg möblierten Büro von Gil Weinberg erscheinen weit, weit entfernte Galaxien ganz nah. Zumindest wenn es um Medizintechnik geht. Weinberg hat eine Methode entwickelt, durch die Träger einer Handprothese deren Finger einzeln, gezielt und unabhängig voneinander bewegen können. Eine Technik, die bisher erhältlichen Handprothesen weit voraus ist. Und mit der Menschen, die eine Hand verloren haben, ein großes Stück Unabhängigkeit zurückbekommen könnten.

Seine neue Erfindung hat Weinberg „Skywalker“ genannt. Das Vorbild für die Prothese stammt aus dem Star-Wars-Universum: Dort verliert der Held Luke Skywalker im Kampf gegen den bösen Lord Darth Vader seine rechte Hand. Sie wird ihm später durch eine mechanische Prothese ersetzt, mit der er tasten, fühlen und greifen kann – ganz so, als wäre es eine natürliche Hand. Diese bionische Hand, sagt Weinberg selbstsicher, „ist heute sehr viel näher an der Realität als noch vor 40 Jahren“.

 

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23. Januar 2018

 

Die Welt

Aufgeweckt nach einem Vierteljahrhundert Kälteschlaf

24 Jahre lang war Emmas Gibson aus Tennessee als Embryo eingefroren. Die Nachricht von ihrer Geburt ging um die Welt. Ihre Mutter, die nur ein Jahr älter ist, war von der Aufregung um ihr Kind überrascht.

Wären die Dinge anders gelaufen, hätten Emma und Tina Freundinnen sein können. Sie wären gemeinsam ins Kino gegangen, zum Shoppen oder auf Reisen, hätten endlos lange Abende geredet über Männer, Kinder, Lebenspläne. Aber es ist anders gekommen. Emma ist Tinas Tochter. Gerade einmal zwei Monate alt. Bevor sie in Tinas Bauch heranwuchs, war sie 24 Jahre lang eingefroren, eine winzige befruchtete Eizelle in einem Tank aus flüssigem Stickstoff. Als Tina mit Emma schwanger wurde, war sie 25 Jahre alt – und damit ein Jahr älter als ihre Tochter.

 

Februar 2018

 

Technology Review

Kräuter gegen Keime

Cassandra Quave nimmt mit alten Pflanzenrezepten den Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien auf. Mehrere Wirkstoffkandidaten hat die amerikanische Ethnobotanikerin bereits gefunden.

Diese Geschichte könnte erzählen, wie ein Mädchen seine Liebe zur Natur mit dem Interesse für alte Kräuterarzneien kombiniert und später zu seinem Beruf macht.

Dann würde sie im Südwesten Floridas in einem Städtchen mit dem idyllischen Namen Arcadia beginnen. 8000 Einwohner, im Osten schlängelt sich der Peace River vorbei, im Westen liegen Felder. Als Kind spielte Cassandra Quave fast nur draußen, kletterte auf Bäume, stöberte in Büschen und sammelte Beeren. Die unvermeidlichen Schürfwunden behandelte sie mit dem Saft einer Aloe-Pflanze aus dem elterlichen Garten.

Aber die Geschichte beginnt mit schweren Knochenfehlbildungen im rechten Bein.

 

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11. Januar 2018

 

Jüdische Allgemeine

HeToo? Shlomo Carlebach und die Frauen

Jüdische Gemeinden in  den USA streiten über den Umgang mit dem Erbe des umstrittenen Rabbiners und Songwriters

Keine drei Monate ist es her, dass die MeToo-Bewegung mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein begann. Mittlerweile hat sie in vielen Ländern fast alle Teile der Gesellschaft erreicht.

In jüdischen Gemeinden in den USA entzündet sich die Debatte in diesen Wochen vor allem an der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe von Shlomo Carlebach, dem orthodoxen Rabbiner, der als Komponist und Sänger von religiösem Folkrock in den 60er- und 70er-Jahren zur Legende wurde.  Doch der charismatische Rabbi, der mit Bob Dylan und Joan Baez auftrat, soll zahlreiche Frauen sexuell belästigt haben, darunter auch Minderjährige.